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Trinkgeld in den Niederlanden: wie viel ist üblich?

Geprüft:

Ein Rechnungstablett mit Beleg, Euromünzen und einer Bankkarte auf einem niederländischen Cafétisch

Kurz gesagt

Trinkgeld ist in den Niederlanden freiwillig. Der Preis auf der Speisekarte enthält per Gesetz schon die Mehrwertsteuer und alle Pflichtkosten. Niederländer runden auf oder geben 5 bis 10 Prozent, wenn der Service gut war, und nichts, wenn er schlecht war. Der Trinkgeld-Bildschirm am Kartenterminal ist freiwillig: Sie können immer „kein Trinkgeld“ wählen.

Situation Trinkgeld
Abendessen im Restaurant, guter Service Aufrunden oder 5 bis 10 Prozent
Abendessen, schlechter Service Nichts
Kaffee oder Getränk am Tisch Auf den nächsten Euro aufrunden
Bestellung an der Theke oder Bar Nicht erwartet
Snackbar, Heringsstand, Imbiss Nicht erwartet
Taxi Aufrunden oder 3 bis 5 Prozent

Ist das Trinkgeld im Preis enthalten?

Der Preis auf der Karte ist der Endpreis. Die niederländische Verbraucherbehörde ACM schreibt vor, dass jeder Preis für Verbraucher die Mehrwertsteuer und alle unvermeidbaren Kosten enthält, nachzulesen in den Regeln der ACM zur Preisangabe. Am Ende kommt keine versteckte Servicegebühr dazu.

Restaurants schlagen selten eine Servicegebühr auf. Steht doch eine auf der Rechnung, zählt sie laut Gastgewerbeverband KHN als Umsatz des Restaurants und nicht als Trinkgeld für das Personal. Ein Restaurant darf Trinkgeld weder vorschreiben noch auf die Rechnung setzen oder am Terminal vorauswählen, wenn es das nicht vorher klar mit Ihnen vereinbart hat.

Wie viel Trinkgeld geben Niederländer?

Weniger, als viele Besucher denken. In der größten niederländischen Umfrage zum Thema, durchgeführt von der Verbrauchersendung Radar unter rund 54.000 Menschen, gaben 15 Prozent an, im Restaurant oder in der Bar immer Trinkgeld zu geben, und 43 Prozent meistens. Die Hälfte gibt 6 bis 10 Prozent, 44 Prozent geben 1 bis 5 Prozent. Zwei Drittel runden einfach auf einen glatten Betrag auf.

Wirte sehen dasselbe. Der KHN schätzt den Anteil der Gäste, die Trinkgeld geben, auf etwa 40 Prozent, und seine Mitglieder berichten: Niederländer geben wenig oder gar nichts, ausländische Gäste fast immer. Mit 10 Prozent sind Sie also ein großzügiger Gast, mit einer aufgerundeten Rechnung ein ganz normaler.

Wie funktioniert der Trinkgeld-Bildschirm am Terminal?

In den meisten niederländischen Restaurants kommt das Kartenterminal an den Tisch, und immer mehr Terminals zeigen vor der Zahlung einen fooienscherm, einen Trinkgeld-Bildschirm. Er bietet Tasten wie 5, 15 oder 20 Prozent, einen eigenen Betrag und kein Trinkgeld. So gehen Sie vor:

  1. Prüfen Sie, ob der Betrag auf dem Display mit der Rechnung übereinstimmt.
  2. Wählen Sie einen Prozentsatz, geben Sie einen eigenen Betrag ein oder drücken Sie geen fooi (kein Trinkgeld).
  3. Halten Sie Karte oder Handy an das Terminal.

Manche Terminals verstecken die Taste für kein Trinkgeld. Finden Sie sie nicht, bitten Sie die Bedienung, nur den Rechnungsbetrag einzugeben. Diese Bitte ist ganz normal.

Trinkgeld in Amsterdam

In Amsterdam gelten dieselben Regeln wie im Rest des Landes. Der offizielle Stadtführer I amsterdam nennt 10 Prozent bei gutem Service als üblichen Wert, betont aber, dass Trinkgeld keine Pflicht ist und Servicegebühren selten sind. Sie entscheiden, ob und wie viel Sie geben.

Wann gibt man kein Trinkgeld?

Wenn der Service langsam, unfreundlich oder schlampig war. Niederländer lassen das Trinkgeld dann ohne schlechtes Gewissen weg. Auch an der Theke gibt man nichts: in der Snackbar, am Heringsstand, beim Bäcker oder an der Bar eines Bruin Café.

Kommt das Trinkgeld beim Personal an?

Viele Restaurants sammeln das Trinkgeld in einer gemeinsamen Kasse, dem fooienpot, und verteilen es im Team, auch das Trinkgeld, das per Karte bezahlt wird. Die niederländische Steuerbehörde behandelt solches geteiltes Trinkgeld als Lohn von Dritten: Der Arbeitgeber behält keine Steuer ein, die Mitarbeiter geben es in ihrer eigenen Steuererklärung an. Wer sichergehen will, dass das Geld direkt bei der Bedienung landet, legt ein paar Münzen auf den Tisch oder in das Rechnungstablett. Laut der Radar-Umfrage geben übrigens 56 Prozent der Niederländer seltener Trinkgeld, wenn sie mit Karte zahlen.

Was heißt „Stimmt so“ auf Niederländisch?

Sagen Sie laat maar zitten, wörtlich „lassen Sie es liegen“. Weitere Wörter für den Tisch finden Sie im Speisekarten-Übersetzer (auf Englisch).

Wie die Rechnung, Karten und Bargeld funktionieren, erklärt unser englischer Guide zum Bezahlen in niederländischen Restaurants.

Häufige Fragen

Muss man in den Niederlanden Trinkgeld geben?

Nein. Die Preise auf der Karte müssen die Mehrwertsteuer und alle Pflichtkosten enthalten, und ein Restaurant darf kein Trinkgeld vorschreiben, ohne das vorher klar mit Ihnen zu vereinbaren.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Holland im Restaurant?

Aufrunden oder 5 bis 10 Prozent bei gutem Service. 10 Prozent gelten in den Niederlanden schon als großzügig.

Gibt man in Amsterdam mehr Trinkgeld?

Die Regeln sind dieselben wie im Rest des Landes. Die Stadt Amsterdam nennt 10 Prozent bei gutem Service als üblichen Wert, Pflicht ist es nicht.

Wie überspringe ich das Trinkgeld am Kartenterminal?

Wählen Sie die Taste geen fooi (kein Trinkgeld). Fehlt sie, bitten Sie die Bedienung, den Rechnungsbetrag ohne Trinkgeld einzugeben.